Ultraschallgeräte für Rinder sind ein gängiges Instrument im Reproduktionsmanagement von Milchkühen und werden häufig zur Unterscheidung trächtiger und nicht trächtiger Kühe eingesetzt. Sie können jedoch noch mehr. Eierstockzysten (OC) bei Milchkühen sind eine wichtige Funktionsstörung der Eierstöcke und eine Hauptursache für Fortpflanzungsstörungen. Mithilfe von Ultraschall lassen sie sich leicht diagnostizieren.
Obwohl die transrektale Palpation seit Langem die diagnostische Methode ist, lassen sich Follikelzysten allein durch Palpation nicht von Lutealzysten unterscheiden. Bei nicht brünstigen Kühen ist die Unterscheidung ohne Ultraschallgerät für Rinder schwierig. Eine Kombination aus transrektaler Palpation des Genitaltrakts zur Feststellung des Fehlens des Gelbkörpers und des fehlenden Uterustonus kann die Genauigkeit der Diagnose von Ovarialzysten und der Unterscheidung von Follikel- und Lutealzysten verbessern; Ultraschalluntersuchung zur Bestätigung des Fehlens des Gelbkörpers, zur Bestimmung der Größe vorhandener Follikel und zum Nachweis von Gelbkörpern; und Messung der Plasmakonzentration des luteinisierenden Hormons zur Bestimmung des Luteinisierungsgrades.
Die diagnostische Genauigkeit lässt sich durch die Erhebung der Reproduktionsanamnese des Tieres, die Durchführung einer vaginalen Untersuchung und die Messung des Progesteronspiegels verbessern. Manche Kühe zeigen einen normalen Östruszyklus, obwohl sie eine oder mehrere Zysten in einem oder beiden Eierstöcken aufweisen können. Lutealzysten sind vergrößerte Eierstöcke mit einer oder mehreren Zysten, deren Wände aufgrund der Auskleidung mit Gelbkörpergewebe dicker sind als die von Follikelzysten. Die Sonographie eignet sich zur hochpräzisen Erkennung von Follikel- und Gelbkörperzysten. Die veterinärmedizinische Farbdoppler-Sonographie ist der Schwarzweiß-Sonographie bei der Differenzierung zwischen Follikel- und Gelbkörperzysten überlegen und unterstützt die Wahl der Behandlung. Allerdings lässt sich mit der veterinärmedizinischen Farbdoppler-Sonographie die Regression oder Persistenz von Eierstockzysten sowie deren Ansprechen auf eine GnRH-Analoga-Therapie nicht genau vorhersagen.

Zur Diagnose von Ovarialzysten können zwei Ansätze verfolgt werden. Erstens werden mehrere Follikel mit einem Durchmesser von etwa 18 bis 20 mm untersucht. Zweitens werden die Follikelwellen über einen Zeitraum von 7 bis 10 Tagen in Abwesenheit von Ovulation, Gelbkörper und Uterustonus beobachtet. Das Vorhandensein oder Fehlen von Follikelwellen während dieser 7 bis 10 Tage, wenn die Follikel die ovulatorische Größe (12 mm) erreichen, ermöglicht die retrospektive Unterscheidung von Ovarialzysten und einem flachen Trophoblastenstillstand mit niedrigem BCS. Gelbkörperzysten gehen in der Regel mit relativ hohen Progesteronkonzentrationen im peripheren Blutkreislauf einher, Follikelzysten hingegen mit relativ niedrigen. Sie dürfen nicht mit einem Hohlkörper verwechselt werden, der nicht pathognomonisch ist. Für eine genaue Diagnose des Typs einer Eierstockzyste ist daher eine Kombination von Diagnosemethoden erforderlich, wie z. B. die transrektale Palpation und die transrektale Ultraschalluntersuchung.
Veröffentlichungsdatum: 08.04.2024


