Rinderzuchtbetriebe führen jedes Jahr zahlreiche Trächtigkeitsuntersuchungen durch, und es stehen viele Methoden zur Verfügung, z. B. die rektale Palpation.Ultraschallgeräte für RinderFür Schwangerschaftstests, Bluttests usw. sind hier die Vor- und Nachteile dieser Methoden aufgeführt:
Rektale Palpation zur Feststellung der Trächtigkeit bei Kühen. Dies ist unsere bewährte Methode. Erfahrene Untersucher können die relevanten Strukturen ertasten. Die Trächtigkeitsdauer verkürzt sich nach der Besamung auf etwa 35 bis 40 Tage. Zur Bestimmung des Trächtigkeitsstatus beurteilt der Untersucher die Fruchtblase, den Fötus selbst sowie die Kotyledonen, die die Verbindung zwischen Fötus und Gebärmutter herstellen. Die Beurteilung der Dimensionen dieser Strukturen ermöglicht eine Schätzung des Trächtigkeitsstadiums. Diese Methode hat sich über viele Jahre bewährt und liefert mehr Informationen als die bloße Angabe „trächtig“ oder „nicht trächtig“. Die Palpation bietet zudem die Möglichkeit, eventuelle Anomalien bei trächtigen oder nicht trächtigen Kühen festzustellen. Dies kann insbesondere bei nicht trächtigen Kühen von Bedeutung sein. Gibt es eine gesundheitliche Ursache für die fehlende Trächtigkeit? Die Ergebnisse der Palpation liegen sofort vor und ermöglichen die umgehende Kategorisierung nicht trächtiger Kühe aus der Herde. Gibt es mögliche Nebenwirkungen der Palpation? Bei Milchkühen gab es im Laufe der Zeit Bedenken, dass die direkte Palpation dem Fötus schaden könnte. Eine Studie der Texas A&M University verglich zwei große Kuhherden, deren Trächtigkeit 29 bis 32 Tage nach der Besamung per Ultraschall bestätigt wurde. Die Kühe wurden dann im Alter von 34 Jahren und am 41. Trächtigkeitstag entweder mit der sogenannten „Membran-Slip“-Technik – einer Methode, die als problematisch galt – oder gar nicht palpiert. Es zeigte sich kein Unterschied im Überleben der Föten zwischen den palpierten und den nicht palpierten Kühen. Weitere Forschungsergebnisse bestätigen diese Beobachtung.
Ultraschallgeräte für RinderUltraschallgeräte für Rinder gewinnen in der Rinderzucht zunehmend an Bedeutung, da sie zur Früherkennung von Trächtigkeit und zur Bestimmung des Geschlechts der Föten eingesetzt werden können. Trächtigkeitsuntersuchungen mit Ultraschallgeräten für Rinder können etwa 26 Tage nach der Besamung durchgeführt werden, während die Geschlechtsbestimmung zwischen dem 60. und 90. Tag erforderlich ist. Manche Landwirte nutzen das Geschlecht der Föten als Grundlage für die Risikoklassifizierung trächtiger Färsen. Färsen mit Bullenkälbern haben möglicherweise häufiger Probleme mit größeren Kälbern. In großen Herden ermöglicht dies eine verbesserte Überwachung einer kleinen Gruppe von Färsen.

Wie bei der Palpation können auch bei dieser Untersuchung Probleme des Fortpflanzungstrakts festgestellt werden. Ultraschall kann zudem die fetalen Herzschläge darstellen und so die Lebensfähigkeit bestätigen. Ultraschalluntersuchungen können etwa genauso häufig wie Palpation und Neopalpation durchgeführt werden. „Armlose“ Ultraschallgeräte minimieren die Belastung des Palpiers, indem die Sonde am Ende eines eingeführten Verlängerungsarms angebracht ist und somit eine manuelle Bedienung entfällt. Die Kosten für eine Ultraschalluntersuchung sind in der Regel etwas höher als für eine Palpation.
Blutuntersuchungen zur Feststellung der Trächtigkeit bei Rindern sind neuer als die Palpation und der Ultraschall und existieren erst seit etwa 10 Jahren. **Insbemühungen der letzten zwei bis drei Jahre haben sie die Diskussion in den Vordergrund gerückt.** Verfügbare Tests weisen das trächtigkeitsspezifische Protein B (PSPB) und trächtigkeitsassoziierte Glykoproteine nach, die 28 Tage nach der Besamung im Blut trächtiger Kühe nachweisbar sind. Obwohl verschiedene Studien die Genauigkeit dieser Tests belegt haben (Ultraschall gilt als Goldstandard), traten zwei Hauptprobleme auf: Zum einen ist der PBSP-Wert bei trächtigen Kühen zu niedrig, um nachgewiesen zu werden, zum anderen gelten nicht trächtige Kühe als trächtig, da das Hormon nach einer Fehlgeburt noch lange im Blut nachweisbar ist. Blut wird als Zielgröße für die Früherkennung von Trächtigkeit genutzt. Im Gegensatz zur Palpation oder dem Ultraschall hat die Blutuntersuchung jedoch einen entscheidenden Nachteil: verzögerte Ergebnisse. Für die meisten Abkalbebetriebe ist es unpraktisch, die Kühe zur Probenentnahme durch einen Treibgang zu treiben und sie anschließend für die spätere Auswertung der Ergebnisse zurückzuhalten. Durch Abtasten oder Ultraschalluntersuchungen können die Kühe den Fangstand verlassen und direkt auf die Weide oder zum Verkauf gebracht werden. Der zusätzliche Zeitaufwand für das Sortieren der Kühe nach Erhalt der Ergebnisse gleicht die wahrgenommenen Kosten aus und spart im Vergleich zu Abtasten oder Ultraschall Geld.
Mit all diesen Möglichkeiten zur Trächtigkeitsdiagnostik lassen sich Ziele erreichen, die den Bedürfnissen und Zielen nahezu jeder Herde gerecht werden. Bei der Anwendung dieser Methoden sind jedoch einige Punkte zu beachten. Besprechen Sie Ihre Herdenziele mit Ihrem Tierarzt, um die geeigneten Tests oder Testkombinationen zur Bestimmung des Trächtigkeitsstatus Ihrer Rinder festzulegen.
Veröffentlichungsdatum: 07.03.2024


