Die digitale Radiographie (DR) ist ein fortschrittliches bildgebendes Verfahren in der Medizin, mit dem Röntgenbilder von Strukturen im Körper von Tieren erstellt und für Diagnose, Analyse und Speicherung digitalisiert werden. Im Vergleich zur herkömmlichen Röntgenfilmtechnik bietet die digitale Radiographie zahlreiche Vorteile, darunter eine höhere Bildqualität und eine geringere Strahlendosis. Dank ihrer hohen Bildqualität und Effizienz verdrängt die DR-Fotografie zunehmend die traditionelle Röntgentechnik und gilt heute als Standard in der digitalen Röntgendiagnostik.
1 Die Vorteile vonVeterinärröntgen
1.1 Schnelle Diagnose
Die digitale Röntgendiagnostik (DR) liefert Bilder innerhalb weniger Sekunden nach der Belichtung. Diese Eigenschaft ist in der klinischen Anwendung von großem Wert. Bei schwer kranken oder notfallmäßigen Tieren, die eine schnelle Röntgendiagnostik zur Abklärung der Krankheitsursache benötigen, reduziert die DR-Untersuchung den Zeitaufwand für das Wechseln der Röntgenfilme im Vergleich zu herkömmlichen Röntgenverfahren erheblich und spart so wertvolle Zeit für Rettung und Behandlung. Darüber hinaus minimiert die kurze Belichtungszeit und die hohe Aufnahmegeschwindigkeit der DR-Technologie Artefakte, die durch unwillkürliche Bewegungen der Tiere entstehen.
1.2 Geringere Bestrahlungsdosis für die untersuchten Tiere
Herkömmliche Röntgengeräte in Tierkliniken weisen häufig das Problem einer hohen Einzeldosis und starker Strahlung auf. Bei der Diagnostik bestimmter Erkrankungen sind oft wiederholte Röntgenuntersuchungen notwendig, was die Strahlenbelastung für das Tier erhöht. Übermäßige Strahlung kann zu Trübungen der Hornhaut, Katarakten, Störungen der Blutbildung, einer Schwächung des Immunsystems, Krebs und anderen Erkrankungen führen. Die digitale Röntgendiagnostik (DR) bietet die Vorteile einer geringen Strahlendosis und kürzeren Bestrahlungszeit, wodurch die Strahlenbelastung für die untersuchten Tiere effektiv reduziert wird.
1.3 Höherer Dynamikumfang und größerer Kontrastumfang, reichhaltigere Bildebenen
Bei der Anwendung der digitalen Radiographie (DR) zur Untersuchung des Skelett- und Muskelsystems kann zur besseren Darstellung der Weichteilstrukturen eine Verarbeitung mit niedrigem Kontrast und hoher Helligkeit eingesetzt werden. Umgekehrt ermöglicht die Verarbeitung mit hohem Kontrast und niedriger Helligkeit die Beurteilung von Läsionen der Knochenbälkchen und der Knochenrinde. Dank der Dual-Energy-Subtraktionstechnologie weist das Knochengewebebild keine Überlagerung von Weichteilgewebe auf und eignet sich daher zur Untersuchung von Rippenerkrankungen.
1.4 Hohe Genauigkeit
Bei Röntgenuntersuchungen bestimmter Tiere ist häufig eine kurze Narkose erforderlich. In der Klinik kommt es oft vor, dass Tiere aufgrund unscharfer Bilder, verursacht durch Probleme mit der Filmentwicklung und der Bildgebungstechnik, erneut narkotisiert und geröntgt werden müssen. Wiederholte Röntgenbestrahlung und Narkose erhöhen zweifellos das Risiko von Behandlungsfehlern für das Tier. Die digitale Röntgentechnik (DR) hingegen bietet dank ihres großen Dynamikumfangs und ihrer hohen Belichtungstoleranz auch bei schwer zu erfassenden technischen Fehlern der Kamera ein sehr gutes Bild. Die Aufnahmegenauigkeit wird verbessert, wodurch die Anzahl wiederholter Belichtungen deutlich reduziert werden kann.
1.5 Mit leistungsstarken Nachbearbeitungsfunktionen
Nach der Aufnahme des DR-Bildes können verschiedene Bildnachbearbeitungen je nach klinischem Bedarf durchgeführt werden, wie z. B. Filterung, Anpassung von Fensterbreite und -position, Vergrößerung, Bildmontage sowie Messung von Distanz, Fläche, Pinch-Winkel und Dichte. Diese Funktionen bieten technische Unterstützung für die detaillierte Betrachtung von Läsionen in der diagnostischen Bildgebung, für Vorher-Nachher-Vergleiche und quantitative Analysen. Gleichzeitig ermöglicht das Verfahren eine schnelle und zeitnahe Ferndiagnose und -behandlung. In einigen schwierigen Fällen bei Tieren kann die Diagnose durch eine Fernkonsultation bestätigt werden.
2. Perspektiven der DR-Anwendung in der Tierklinik
Aufgrund der langsamen Entwicklung des Einsatzes von DR in der Veterinärmedizin sind entsprechende Forschungsberichte selten. Der Autor erörtert daher die Perspektiven von DR im Bereich des Skelett- und Muskelsystems sowie des Brust- und Bauchraums im Hinblick auf die klinische Anwendung von DR in der Humanmedizin.
2.1 Untersuchung des Skelett- und Muskelsystems
Die Anwendung von Röntgenaufnahmen bei Tieren zur Untersuchung von Erkrankungen des Skelett- und Muskelsystems ist ihr größter Vorteil. Sowohl herkömmliche Röntgengeräte als auch digitale Röntgengeräte (DR) ermöglichen eine präzise und schnelle Beurteilung von Skeletterkrankungen wie Frakturen, Knochenrissen, Knochentumoren usw. Im Vergleich zu herkömmlichen Röntgengeräten ist die DR-Technologie jedoch in einigen Aspekten überlegen. Der Vergleich von DR- und herkömmlichen Röntgenaufnahmen des Skelettsystems zeigt, dass DR-Bilder die Knochenrinde, die Spongiosa, das umgebende Weichgewebe und potenzielle pathologische Schäden besser darstellen. In der klinischen Skelettsystemuntersuchung ist die Bildqualität von DR-Aufnahmen in den meisten Fällen deutlich besser als die von herkömmlichen Röntgenfilmen. Aus klinisch-diagnostischer Sicht ist die DR-Bildgebung insbesondere in Bereichen mit starker Bildüberlappung (wie Wirbelsäule und Becken) unerlässlich. Daher wird der Einsatz von DR in der Diagnostik von Erkrankungen des Skelett- und Muskelsystems bei Tieren die veterinärmedizinische Diagnostik erheblich verbessern.
2.2 Untersuchung des Brustkorbs
Die Untersuchung des Brustkorbs dient hauptsächlich der Untersuchung von Lunge und Herz. Bei der Untersuchung der Lunge ist die Röntgentechnologie der Sonographie und anderen Verfahren überlegen und gilt als Mittel der Wahl zur Diagnose von Lungenerkrankungen. Bei der Röntgenuntersuchung des Brustkorbs ist die digitale Röntgenbildgebung (DR) für das Mediastinum, die hintere Herzregion und den Bereich unter dem Zwerchfell der herkömmlichen Röntgenfotografie überlegen und beim Auffinden und Beurteilen von Knoten und Verschattungen in der Lunge gleichwertig oder sogar überlegen.
2.3 Untersuchung des Abdomens
Die Untersuchung des Abdomens dient hauptsächlich der Abklärung von Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts. Dazu gehören beispielsweise die Untersuchung auf Fremdkörper im Magen-Darm-Trakt von Tieren, Darmverschluss, abdominale Tumore, Erkrankungen des Fortpflanzungssystems usw. Da die digitale Radiographie (DR) einen höheren Dynamikumfang und einen größeren Kontrastumfang aufweist, ist die Bildqualität detailreicher. Dadurch lassen sich die Organe des Abdomens mit ähnlicher Gewebedichte besser voneinander abgrenzen, was eine effektive diagnostische Funktion ermöglicht.
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Veterinär-RöntgengerätDie Vorteile der schnellen Bildgebung, der hohen Bildqualität und der geringen Strahlendosis haben die digitale Radiographie (DR) in der Humanmedizin weit verbreitet gemacht. Aufgrund des hohen Preises ist sie in der Veterinärmedizin jedoch noch nicht flächendeckend eingesetzt. Gerade in der Tiermedizin, wo manche Tiere besonders wertvoll sind (z. B. geschützte Arten) und Tierhalter ihre Tiere sehr lieben, ist eine schnelle und präzise Diagnose unerlässlich. Die DR kann diese Anforderungen im Vergleich zu anderen Verfahren besser erfüllen.
Darüber hinaus bietet die digitale Radiographie (DR) aufgrund ihrer Vorteile wie Bildschärfe, Reproduzierbarkeit und Langzeitarchivierung etc. im veterinärmedizinischen Unterricht deutliche Vorteile, insbesondere bei der Demonstration ihrer Anwendung. Daher birgt die DR in der veterinärmedizinischen Praxis ein großes Entwicklungspotenzial.
Derzeit gewinnt das Tierwohl zunehmend an Bedeutung. Jedes Tier, das geröntgt wird, sollte eine schnelle und präzise Untersuchung erhalten, um die Angst des Tieres während der Untersuchung und Behandlung zu reduzieren. Selbst erfahrene Anwender konventioneller Röntgengeräte können bei der digitalen Radiographie (DR) keine kurzen Aufnahmezeiten erreichen. Daher ist bei manchen Tieren für konventionelle Röntgenuntersuchungen eine Sedierung oder Anästhesie erforderlich, um bessere Bilder zu erhalten. Sedierung und Anästhesie können jedoch zu Herz- und Lungenerkrankungen oder sogar zum Tod des Tieres führen. Gleichzeitig sollte bei einer Röntgenuntersuchung die Strahlendosis optimal sein, da eine zu hohe Dosis schädlich für die Gesundheit des Tieres ist. Das DR-System hingegen nutzt Hochspannung und automatische Ionisationsfotografie mit niedriger Stromstärke (mA/s) unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Absorptionsraten von Röntgenstrahlen. Es bietet eine hohe räumliche und zeitliche Auflösung sowie einen großen Dynamikbereich und kann so die Feinstruktur jedes anatomischen Bereichs des Tieres klar darstellen.
Dank seiner leistungsstarken Nachbearbeitungsfunktion lassen sich Bilder mit perfektem Kontrast und hoher Klarheit erzeugen, was die klinische Diagnose deutlich verbessert und die Strahlenbelastung für die untersuchten Tiere reduziert. Daher kann die digitale Röntgentechnik die Strahlenbelastung für Tiere verringern und das Narkoserisiko minimieren. Sie trägt wesentlich zum Wohlbefinden der Tiere bei Röntgenuntersuchungen bei und ist in der Veterinärmedizin äußerst nützlich.
Veröffentlichungsdatum: 07.08.2023



