In der Klinik begegnen Tierärzten häufig Harnverhalt, Harninkontinenz, Blut im Urin, Polyurie und anderen klinischen Symptomen bei Hunden und Katzen. In solchen Fällen denken manche Tierärzte neben Laboruntersuchungen wie der Urinsedimentanalyse zunächst an Röntgenaufnahmen des Tieres als diagnostisches Mittel, wobei die Wahl der Methode vom Kenntnisstand des Tierarztes abhängt.Veterinär-RöntgenaufnahmenUndVeterinär-UltraschallManche Tierärzte betrachten Ultraschalluntersuchungen bei Hunden und Katzen im Vergleich zur Röntgenuntersuchung als zu abstrakt. Die klinische Erfahrung zeigt jedoch, dass die Ultraschalldiagnostik bei der Untersuchung und Behandlung solcher Probleme einen unübertroffenen Vorteil gegenüber dem Röntgen bietet. Dieser Vorteil beruht auf dem jeweiligen Bildgebungsprinzip. So lassen sich beispielsweise bei orthopädischen Untersuchungen und Thoraxuntersuchungen die entsprechenden Läsionsmorphologien im Röntgenbild gut darstellen. Bei Blasenuntersuchungen hingegen sind die inneren Organstrukturen und pathologischen Veränderungen im Röntgenbild nicht aussagekräftig. Allerdings hat auch die klinische Ultraschalldiagnostik ihre Grenzen. Das Darstellungsprinzip führt dazu, dass viele Erkrankungen im Bild nicht vollständig erfasst werden. Daher sollten Tierärzte die Bildinformationen in Kombination mit den Ergebnissen anderer Untersuchungsmethoden für eine umfassende Analyse, Identifizierung und Charakterisierung heranziehen.
I: Abschnitt Ultraschalluntersuchung der Harnblase bei Haustieren
Die Ultraschalluntersuchung von Haustieren basiert auf der Überlagerung von Informationen einer bestimmten Dicke auf die Verarbeitung eines Querschnitts. Aufgrund der physikalischen Eigenschaften des Ultraschalls und der Prinzipien der Ultraschallbildgebung können in der klinischen Anwendung Artefakte (wie Volumen-, Nachhall- und Verstärkungseffekte) auftreten. Daher ist es bei der Ultraschalluntersuchung jedes Organs erforderlich, das Zielorgan aus verschiedenen Winkeln und in mehreren Schnittebenen zu betrachten. Dies gilt auch für die Untersuchung der Harnblase. Es werden mindestens zwei Ansichten (Transversal- und Sagittalebene) mittels Gleit- und Fächerscanning sowie aus verschiedenen Winkeln und Richtungen untersucht. (Die Anzahl der Ansichten ist deutlich höher als in manchen Referenzen zur Harnblasenuntersuchung angegeben.) Durch die zwei- bis dreimalige Wiederholung der Aufnahmen wird die dreidimensionale Struktur des Organs visualisiert. Die Harnblase sollte in möglichst vielen Ebenen untersucht werden.
II: Ultraschalluntersuchungen der Harnblase beim Haustier
Einige Quellen fordern, dass mindestens sechs Ansichten der Blase betrachtet werden, darunter Blasenapex, Blasenkörper und Blasenhals, da Blasenläsionen bevorzugt in diesen Bereichen lokalisiert sind (z. B. Zystitis im Blasenapex, Tumoren im Blasenhals, Polypen im Blasenkörper usw.). Diese Lokalisationen sind jedoch nicht absolut. Die sonografische Untersuchung während einer Zystoskopie dient in jedem Fall der Beurteilung und Analyse der Integrität und Glätte der Blasenwand, ihrer Dicke und des Blaseninhalts. Die Beurteilung der Integrität der Blasenwand (ob die Blasenwand rupturiert ist oder nicht – wichtig zu beachten ist, dass sich bei einer rupturierten Blasenwand in der Regel keine oder nur geringe Mengen Urin in der Blase befinden; natürlich habe ich auch Fälle von Blasenrupturen mit mäßig gefüllter Blase erlebt) und ihrer Glätte (hauptsächlich bedingt durch entzündliche Veränderungen der Blasenwand, Polypen, Tumore und andere Pathologien, die zu Unebenheiten der Blasenwand führen können) ist relativ einfach und soll hier hervorgehoben werden. Die Beurteilung der Dicke und des Blaseninhalts wird hier kurz beschrieben.
Zunächst muss die Beurteilung der Blasenwanddicke ganzheitlich erfolgen. Die Blasenwanddicke sollte als Ganzes betrachtet werden (ideal für die Zystometrie ist eine halbgefüllte Blase; bei Oligurie können Diuretika erwogen werden, diese Methode ist jedoch bei schwerer Zystitis ineffektiv). Da die Blase ein zystisches Organ ist und sich ihre Wanddicke mit dem Füllungszustand ändert, ist die Messung der Blasenwanddicke der beste Weg, Veränderungen festzustellen. Die alleinige Messung der Blasenwanddicke zur Feststellung von Veränderungen hat jedoch ihre Grenzen (außer bei sehr deutlicher Verdickung). Daher kann die Messung der Blasenwanddicke auf Basis einer Gesamtbetrachtung erfolgen, was die wissenschaftliche Aussagekraft der Ergebnisse erhöhen und sie überzeugender machen kann.
Zweitens lassen sich die Veränderungen des Blaseninhalts und der Blase in zwei Fälle unterteilen: Anhaftungen an der Blasenwand und Vorhandensein von Veränderungen im Blasenlumen. Anhaftende Strukturen an der Blasenwand treten häufig bei Blasenpolypen oder Blasentumoren (Lymphome, migratorisches Epithelzellkarzinom usw.) auf. Im Ultraschallbild zeigen Blasenpolypen in der Regel glatte und scharfe Ränder, während Tumorausläufer meist polymorphe Ränder und ein invasives Wachstum in die Blasenwandstrukturen aufweisen. Blasentumoren gehen klinisch meist mit Hämaturie einher, während Polypen in der Regel im Rahmen einer körperlichen Untersuchung entdeckt werden und üblicherweise keine auffälligen klinischen Symptome verursachen. Die Elastographie dient der Tumorbewertung und -verbesserung.
Veröffentlichungsdatum: 04.01.2024



