In den letzten JahrenVeterinär-UltraschallDie Ultraschalldiagnostik hat sich rasant entwickelt und ist zu einer unverzichtbaren Diagnosemethode in der modernen klinischen Medizin geworden. Dank intensiver Forschung und breiter Anwendung in der Veterinärmedizin hat sich der Abdomensonographie zu einem wertvollen Hilfsmittel in der Diagnostik von Bauchkrankheiten bei Kleintieren entwickelt.
1. Allgemeine Technik zur Exploration des Abdomens
Die Ultraschalldiagnostik allgemeiner Baucherkrankungen umfasst die Ultraschalluntersuchung von freier Flüssigkeit im Bauchraum, Gefäßstrukturen, intraabdominellen Raumforderungen, Zwerchfell und Hernien sowie anderen damit verbundenen Erkrankungen. Die Ultraschalluntersuchung dieser Bauchbeschwerden erfolgt in den meisten Fällen in Rückenlage, gelegentlich auch in Links- oder Rechtsseitenlage oder im Stehen. Der Unterbauch wird rasiert, ein Kontaktmittel aufgetragen und für Katzen sowie kleine und mittelgroße Hunde ein 7,5-MHz-Schallkopf verwendet. Bei großen Hunden kommt ein 5,0-MHz-Schallkopf zum Einsatz, und für die Untersuchung tieferliegender Bauchstrukturen bei großen und sehr großen Hunden ist ein 3,5-MHz- oder 2,5-MHz-Schallkopf erforderlich.
2 Ultraschalluntersuchungstechniken der Leber
Gas im Magen kann die Bildqualität der Leber erheblich beeinträchtigen. Daher sollten diagnostische Verfahren, die zu Schmerzen oder Aerophagie (Gasschlucken) führen können, vor der Ultraschalluntersuchung vermieden werden. Das Tier wird in Rückenlage auf einem V-förmigen Fixiertisch gehalten, bevor der Unterbauch geschoren und die Elektroden angebracht werden. Für die Leberultraschalluntersuchung wird bei den meisten Hunden ein 5,0-MHz-Schallkopf, bei großen Hunden ein 3-MHz-Schallkopf und bei Katzen ein 7,5-MHz-Schallkopf verwendet.
Bei der Untersuchung wird die Sonde fest unter die Raphe sterni platziert und leichter Druck ausgeübt, um das Gas im Magen vor der Sonde zu verdrängen. Ist die Leber weiterhin schwer darstellbar, kann das untersuchte Tier stehen, in Bauchlage oder Seitenlage gebracht werden, um die Gasverteilung im Magen zu verändern. Die beiden letztgenannten Positionen können mithilfe eines Plexiglastisches mit einer quadratischen Öffnung in der Mitte durchgeführt werden. Die Untersuchung ist am erfolgreichsten, wenn sie von unten, also in Richtung Abdomen, erfolgt. Flüssigkeit aus dem Unterbauch dient als akustisches Fenster zur besseren Darstellung der Leber. Auch die Gabe von Flüssigkeit in die Nieren kann die Leberdarstellung verbessern.
Die gesamte Leber kann sowohl in Längs- als auch in Querschnitten untersucht werden. Dabei ist es wichtig, dass alle Leberabschnitte in beiden Schnittebenen dargestellt werden. Dies erfordert in der Regel mehrere Untersuchungen der gesamten Leber, wobei der Ultraschallstrahl in der Sagittalebene dorsal und ventral und in der Transversalebene zur linken oder rechten Körperseite gerichtet wird. Gegebenenfalls kann die Leberperipherie durch Interkostalaufnahmen zusätzlich visualisiert werden. Ein Querschnitt im rechten lateralen 11. oder 12. Interkostalraum ist besonders wichtig für die Darstellung der großen Bauchgefäße oder des Ductus choledochus in der Nähe des Leberhilus.
3 Ultraschalltechniken für die Milz
Die Milz liegt außerhalb der linken großen Kurvatur der Bauchhöhle. Ihre genaue Lage ist variabel und hängt vom Grad der Magendilatation sowie der Größe der übrigen Bauchorgane ab. Die anatomischen Beziehungen zwischen Milzdarstellung und Ultraschallbild lassen sich unter Narkose detailliert darstellen. Der Milzkopf (dorsaler Pol) befindet sich unterhalb des Rippenbogens, während sich Körper und Schwanz (ventraler Pol) entlang der linken Bauchwand oder über den Unterbauch erstrecken. Bei vergrößerter Milz kann sie sich auch über die untere Bauchmittellinie oder nach hinten in die Harnblasenregion ausdehnen. Ist die Milz von unten nicht darstellbar, kann der Milzkopf links im 11. oder 12. Interkostalraum untersucht werden. Der Rest der Milz wird longitudinal oder transversal an der unteren Bauchwand gescannt. Aufgrund der oberflächlichen Lage der Milz liefert die Untersuchung mit einem 7,5-MHz- oder 10,0-MHz-Schallkopf bei Hunden und Katzen hochauflösende Bilder. Sind die Bilder der Bauchwandoberfläche im Nahfeld nicht vollständig darstellbar, kann ein Polsterblock helfen, die Milz vom Schallkopf fernzuhalten und so eine optimale Darstellung zu gewährleisten.
Die Milzgefäße bestehen aus der Milzarterie und der Milzvene: Die Äste der Milzvene sind in der Nähe des Milzhilus deutlich sichtbar, und die Milzvene erstreckt sich oft ein beträchtliches Stück bis zur Pfortader, ist aber aufgrund von Darmgasen manchmal schwer vollständig darstellbar. Bei Bedarf kann eine Doppler-Sonographie zur Lokalisierung beitragen.
4 Ultraschalluntersuchung der Bauchspeicheldrüse
Die Pankreassonographie kann in Rücken-, Bauch-, Seiten- oder Stehposition durchgeführt werden. Üblicherweise wird bei Hunden und Katzen die Untersuchung in Rückenlage vom Unterbauch aus durchgeführt. Bei starker Gasansammlung im Darmlumen kann jedoch auch die Untersuchung in Linksseitenlage erfolgen. Um die Schallausbreitung zu verbessern und den Einfluss von Darmgasen zu minimieren, sollte die linke Seite des Tieres zwischen den Zehen (Zwerchfell 11 oder 12) freigelegt werden. Alternativ kann die Untersuchung in Bauch- oder Seitenlage erfolgen. Eine Plexiglasplatte mit Löchern in der Oberfläche ermöglicht die Untersuchung von unten. Die Sondierung von unten erleichtert den Abfluss von Darmgasen. Bei Hunden kann die Pankreasuntersuchung mit einem 3,0-MHz- oder 7,5-MHz-Schallkopf durchgeführt werden. Große Hunde benötigen einen 3,0-MHz-Schallkopf, Katzen hingegen einen 7,5- bis 10,0-MHz-Schallkopf. Wenn die Darstellung des Nahfelds auf der rechten Körperseite erschwert ist, kann die Verwendung eines Polsterblocks hilfreich sein, insbesondere bei Katzen. In der Humanmedizin kann die Füllung des Magens mit Wasser oder Kochsalzlösung ein gutes Schallfenster für die Bauchspeicheldrüse schaffen, was auch zur Diagnose von Magen und Haut bei Tieren eingesetzt wird. Diese Technik ist jedoch bei Tieren nicht allgemein anerkannt, da sie Erbrechen, Gasbildung und eine zusätzliche Freisetzung von Pankreasenzymen auslösen kann. Vorläufige Studien haben zudem gezeigt, dass die intragastrische Flüssigkeitszufuhr bei gesunden Hunden kein signifikantes Schallfenster für die sonografische Untersuchung der Bauchspeicheldrüse bietet und dass diagnostischer Aszites die Darstellung der Bauchspeicheldrüse verbessern kann, wenn andere nichtinvasive Methoden versagen. Diese Methode ist jedoch nicht routinemäßig in der klinischen Praxis anwendbar. Alternativ kann ein Überschuss an erwärmter Ringer-Lösung mit Natriumchlorid oder Laktat (ca. 60 ml/kg) in die hintere Bauchhöhle oder in den rechten Nabel verabreicht werden. Die Wahl der Flüssigkeit richtet sich nach der Elektrolytstörung des betroffenen Tieres. Bei Erkrankungen mit gestörter Regulation der extrazellulären Flüssigkeiten, wie z. B. progressiver Leberzirrhose, Herzinsuffizienz, oligurischem Nierenversagen und schwerer Hämoglobinopenie, ist die Verwendung von Aszites zur Unterstützung der Ultraschalluntersuchung kontraindiziert.
Veröffentlichungsdatum: 12. Dezember 2023




